Oktobergesang

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Foto: Hausrotschwanz mit Jungvogel

Grundsätzlich können Vögel quasi zu jeder Tages- und Nachtzeit und auch Jahreszeit singen. Nur weil wir Menschen gerne alles Erdenkliche in Strukturen, Tabellen und Schubladen packen, müssen sich unsere Vögel nicht unbedingt daran halten.

Nichts desto trotz ist es bei den Singvögeln in der Regel so, dass sie ausschließlich während der Balz- und Brutzeit intensiv singen. Und dann auch nur die Männchen.

Damit wäre die Brücke geschlagen, warum es mal interessant ist, zu schauen ( bzw. zu hören ), welcher Vogel da auch im Oktober singt, obwohl ja nun keine Balz- und Brutzeit ist!

Hier eine kleine Auswahl von unseren Sängern im Oktober:

  • Hausrotschwanz
  • Rotkehlchen
  • Zilpzalp
  • Heckenbraunelle

Und welche Gründe kann es dafür geben?

Zum einen kann es sich um Reviergesänge handeln. Die Herbstreviere von heute können die Brutreviere im kommenden Frühjahr sein. Bei den klassischen Zugvögeln ( Hausrotschwanz, Ziplzalp ) ist dieses Argument wackelig, da sie ja wegziehen. Aber evtl. kann es eine präventive Reviermarkierung fürs nächste Jahr sein ! Außerdem lohnt es sich für viele Vögel ihre Herbst- und Winterreviere gesangstechnisch zu verteidigen, um so ein gutes und „nahrungsreiches Revier“ für sich zu behalten. Aus diesem Grund singt bei den Rotkehlchen nicht nur das Männchen im Winter, sondern auch das Weibchen. Also auch eine „Ausnahme“ von der klassischen Regel

Oder fördert die Herbstsonne ( leider an diesem Wochenende nicht ), den Oktobergesang bestimmter Vögel ? Sicherlich auch, und der Hormonhaushalt kann auch im Herbst damit etwas zu tun haben. Dazu kommt, dass viele Arten eine harte Brutsaison und eine kraftzehrende Mauser hinter sich haben.

Also, wer mag, darf auch die Ohren im Oktober spitzen. Da kann auch zwischen den zahlreichen Kranich und Gänsegesängen/-rufen auch ein Hausrotschwanz oder Rotkehlchen dazwischen schmettern.

Viel Spaß beim Lauschen !

 

Kleiner Exkurs zum Gesang der Vögel grundsätzlich:

Zum Gesang gehören übrigens nicht nur die klassischen Gesänge, wie wir ihn aus dem Frühling kennen. Des weiteren sprechen die Ornithologen von

  • Kontaktrufen,
  • Bettelrufen,
  • Innerartlichen Aggressionen,
  • und den Warnrufen.

Die ersten 4 Stimmen kann man dem harmonischen Teil zuordnen. Die zuletzt genannten Warnrufe habe eine Alarmfunktion.

Wie unterschiedlich diese Rufe und Gesänge sein können, sollte man sich z.B. am Gesang einer Singdrossel mal anhören. Im Gesang einer Singdrossel ertönen mehr als 200 Töne pro Sekunde. Ja, pro Sekunde. Das kann wirklich facettenreich sein. Ehrlich gesagt kann man diese Vielfalt nur mit technischem Equipment heraushören. Aber auch ohne technische Hilfsmittel ein Ohrenschmaus.

 

 

 

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