Feldlerche – ganz nah

Feldlerche – ganz nah

In diesem Sommer konnte ich in Schleswig-Holstein in der Nähe des Schwansener Sees (Naturschutzgebiet) eine Feldlerche aus nächster Nähe beobachten und fotografieren.

Da die Feldlerche ein Bodenbrüter ist, muss sie sich gut tarnen. Daher überwiegen häufig die graubraunen Farben. Leider leidet die Feldlerche unter anderem stark unter der intensiven Landwirtschaft.

Die Feldlerche ist größer als ein Haussperling. Mit den Federn des Oberkopfes kann die Feldlerche eine “Haube” aufstellen. Bei den männlichen Feldlerchen ist diese etwas ausgeprägter.

Den Gesang der Feldlerche kann man überwiegend im Singflug hören. Teilweise sehr lange, minutenlang andauernd. Auch eine beeindruckende Leistung aus der Vogelwelt! Fliegen und ausdauernd Singen! Und das alles dient auch der Reviermarkierung!

Heutzutage muß man erst einmal das passende “Örtchen” finden, um diesen Gesang genießen zu dürfen. Das ist in Bramsche und Umgebung auch schon schwieriger geworden.

In der Zeit von März bis Juni kann man im Bramscher Raum  sicherlich den Gesang vernehmen. Mit etwas Übung findet man dann auch den kleinen “Punkt” am Himmel, der so zauberhaft singt. Man muss diesen “Punkt” durchaus in Höhen von 50 – 100 m gegen das Licht suchen. Die Feldlerchen hängen quasi mit ihrem Singflug am Himmel. Zu Anfang ist das gar nicht so leicht, sie am Himmel zu finden. Die Feldlerche ohne Gesang zu orten Bedarf meiner Meinung nach schon etwas mehr Übung, u.a. eben aufgrund der guten Tarnung. Da die Feldlerche jedoch durchaus auch in größeren Massen zieht, kann dann eine Sichtung wieder einfacher sein.

Viele ältere Ornithologen berichten, dass die Feldlerche früher ein “sogenannter” Allerweltsvogel war. Das dürfte heute sicherlich nicht mehr unbedingt der Fall sein. Trotzdem gehört die Feldlerche noch zu den TOP 20 der häufigsten Brutvögel in Deutschland. Der langfristige Trend geht aber weiterhin nach unten. Dieser Trend ist auch durch eindeutige Daten nachgewiesen. Daher steht Sie auch auf in der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands in der Kategorie 3, sprich sie ist gefährdet ! Die zum Schluß des Artikels genannte Heidelerche ist sogar in der Kategorie 1, also vom Aussterben bedroht !

Um der Feldlerche einen potentiellen Brutraum zur Verfügung zu stellen, gibt es die Möglichkeit der “landwirtschaftlichen” Lerchenfenster. Hierbei lässt der Landwirt 1 – 2 Mal bei der Aussaat des Getreides seine Maschinen aus, so dass diese Parzellen nicht mit Getreide zuwachsen. So entsteht auf einfache Art und Weise ein möglicher Brutraum.

Problematisch ist für Feldlerchen das Wintergetreide, da dieses schneller wächst bzw. dicht wird. Die Feldlerchen brauchen aber über einen längeren Zeitraum entsprechende Flächen, um ihre Zweit oder Drittbruten groß zu ziehen. Gerade mehrere Bruten erhalten (ggf.) zumindestens den Bestand der Feldlerche. Leider überleben viele Jungvögel die erste Lebenstage oder Wochen nicht. Je höher diese Verlustraten werden, je weniger kann sich auf Dauer (über Jahre gesehen) eine Population stabil halten.

Bei der abgebildeten Feldlerche ( siehe Bilder ) dürfte es sich um einen Vogel handeln, der sich in der Mauser befindet. Dadurch ist die “typische” Strichelung nicht so deutlich
und die Flügeldecken noch ohne das typische Muster. An dieser Stelle ein kleines Danke Schön an Rolf Hammerschmidt, der mir bei Bestimmungsfragen immer sehr detailliert und schnell behilflich ist!

Im Bramscher Raum kann man ansonsten aus der Familie der Lerchen mit etwas Glück noch eine Heidelerche zu Gesicht / zu Gehör bekommen. Andere Lerchenarten dürften eher Ausnahmegäste sein.

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